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Gewöhnungsbedürftig - aber auch wieder spannend - ist für den verwöhnten Autofahrer von heute, das er sich etwas mehr mit den Befindlichkeiten seines Fahrzeuges auseinandersetzten muss - will sagen: er muss beim Fahren mehr arbeiten. Das Warmfahren bis zur Betriebstemperatur mit dem Starter ohne das der Motor an der Kreuzung ausgeht muss man erst (wieder) erlernen. Auch die zusätzliche Regelung der Betriebstemperatur im Winter über die Kühlerjalousie oder im Sommer in den Bergen auch mal über die Fahrzeugheizung, das häufige Schalten, das Lenken ohne Servolenkung - all das ist schon etwas anstrengender. Es macht aber eben auch den Reiz am Oldi-Fahren aus. |
Ich kann mich aus DDR-Zeiten an einige heikle Fahrsituationen mit dem Moskwitsch erinnern. Regen, kombiniert mit Kopfsteinpflaster oder Spurrinnen waren mit dem Mossi immer mit großer Vorsicht zu genießen. Das hat sich durch die viel besseren Straßen und sicher auch durch bessere Reifen heutzutage sehr relativiert. Allerdings muss man mehr als bei den modernen Fahrzeugen auf einen plötzlichen Fahrbahnzustandswechsel achten, um nicht eine Überaschung zu erleben, wenn z.B. kurz vor einer Kurve eine Asphalt- in eine Kopfsteinpflasterstrecke übergeht.
Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, das man auf viele Sicherheitsattribute im Ernstfall verzichtet. Das beginnt bei so grundlegenden Dingen wie den Bremsen, die zwar mit dem Bremskraftverstärker sehr gut wirken, als Trommelbremsen vorn jedoch schon mal ungleichmäßig ziehen können und beim 412-er auch nur über einen Bremskreis verfügen. Wenn dieser Kreis versagen sollte bleibt nur noch die Handbremse, die dementsprechend gut eingestellt sein muss... Deshalb habe ich mir einen Warnsummer eingebaut, der sofort auf abfallende Bremsflüssigkeit reagiert um in dieser Hinsicht wenigstens etwas abgesichert zu sein.
Auch auf so schöne Helferlein wie ABS und Airbag muss man natürlich im Fall der Fälle verzichten.
Um so wichtiger sind gute Anschnallgurte, die man übrigens auch hinten nachrüsten kann, die Schrauben sind bereits vorhanden. Immerhin verfügt das Modell 412 über eine Teleskoplenksäule, die sich bei einem Aufprall zusammenschiebt.Kopfstützen sind leider erst beim Nachfolgemodell dem Typ 2140 vorhanden (genau so wie eine gute Zweikreis-Bremsanlage mit Scheibenbremsen vorn).
Woran man auch denken sollte: Der 412-er hat noch keinen Warnblinkschalter (auch diesen gab es erst beim Nachfolgemodell). Ich habe den Schalter unterm Armaturenbrett nachgerüstet.
Einige sinnvolle Nachrüstungen: Bremsflüssigkeitsüberwachung, Anschnallgurte hinten, Warnblimkschalter
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Der Mossi ist in den letzten 5 Jahren nicht ein einziges mal unterwegs liegengeblieben oder morgens nicht angesprungen. Wenn früher der Wagen mal nicht ansprang lag es oft an der Batterie - heute kein Problem mehr. Am Anfang gab es noch das eine oder andere einzustellen oder zu überholen (Vergaser, Benzinpumpe, Bremsen, Simmering an Hinterachse). Mittlerweile gab es schon länger nichts mehr zu machen. Ich denke das liegt auch daran, das der Wagen regelmäßig bewegt wird. Den Motor hatte ich bei der Restaurieung nur äußerlich gereinigt, bisher läuft er tadellos. Wer sich mit dem originalen 412-er Vergaser nicht herumärgern will, der kann auch den vom 2140 nehmen, der läuft problemloser.
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Wartungs- und Einstellarbeiten: Ölwechsel alle 10000 km. Auch Ventile müssen etwa alle 10000 km nachgestellt werden. Zündung vielleicht etwas häufiger, wenn man immer volle Leistung haben will. Das sich eher als bei modernen Fahrzeugen mal hier ein Stellknopf löst oder mal dort die Sicherung nicht richtig Kontakt bekommt ist zu erwarten, für den Oldi-Fan aber eher nicht die Katastrophe... |
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TÜV ist alle zwei Jahre und ASU jedes Jahr fällig. Zu Repararturkosten kann ich nicht viel sagen, die Arbeiten mache ich selbst.
An Benzin verträgt der Moskwitsch Motor alles. (Das war eine der Anforderungen, die sich damals an die sowjetischen Entwickler stellten.) Damit der Motor bei Normalbenzin aber nicht klingelt muss die Zündung entsprechend verstellt werden. Mit Super läuft er natürlich am besten. Obwohl ich bisher oft gehört habe, das der Motor auch unverbleites Benzin problemlos verträgt schütte ich sicherheitshalber immer einen Bleiersatz beim Tanken dazu. Der Benzinverbrauch liegt bei mir zwischen 8 und 10 Litern / 100 km. |
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Was man kaum bekommt sind Teile für Armaturenbrett, Türverkleidung, Lenksäulenschalter, Lenkrad. Diese Kunststoffteile verziehen sich oft und es gibt kaum Ersatz. Wenn man sich einen Moskwitsch zulegt, sollten diese Teile alle vollständig und intakt sein.
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Zusammenfassend kann man sagen, das das Fahrzeug für Oldtimer-Freunde, die Ihr Auto nicht nur zu Treffen oder an Feiertagen, sondern auch im Alltag hin und wieder mal fahren wollen, sehr gut geeignet ist. Sozusagen als vielgenutzter Zweitwagen.
Insbesondere die gute Motorisierung, die geringen Unterhaltskosten und die Teileversorgung machen Freude. Kleine Reparaturen dürften für den Oldtimer-Liebhaber kein Problem sein. Größere Probleme gab es bei mir bisher nicht. Natürlich sind auch die nicht auszuschließen, aber im Unterschied zu den modernen Fahrzeugen, macht mir das beim Mossi, wo man einen Motor für 200 Euro bekommt, kein Kopfzerbrechen...
Für zurückhaltendes Fahren bietet das Fahrzeug auch ausreichend Sicherheitsmerkmale. Wer noch etwas mehr Fahrsicherheit sucht, der kann den Typ 2140 fahren, der dann schon über ein Zweikreisbremssystem, Scheibenbremsen vorn, Kopfstützen und einem Lenkradpralltopf verfügt. Aber dafür gibts dann auch kein Chrom mehr :-).